Mehr als unverständliches Marketinggeschwätz

Anita Fiechter-Hintermann
Wortakrobatin und Marktfrau

Künftig lass ich den Fachjargon in der Agentur.

Ich bin letzte Woche ertappt worden. Mit viel Marketinggeschwätz habe ich einen «Storytelling»-Entwurf präsentiert. Die Anwesenden haben mich aus grossen Augen angeschaut, aber innerlich ziemlich sicher abgehängt. Zum Glück konnte ich das Ruder herumreissen. Am Ende hat unsere Idee begeistert, aber beim Rauslaufen habe ich mir geschworen, dass ich künftig meinen Fachjargon in der Agentur lasse. Ich will niemanden mit Fremdwörtern umhauen. Ich will unseren Marketinginput verständlich auf den Punkt bringen.

Es wird Zeit, neue Wege zu gehen. Zeit, diffrent wieder als Versprechen zu gestalten. Seit Jahren arbeiten wir als Werbeagentur in der Region Basel und im Engadin für unsere Kunden in den Bereichen Corporate Identity und Branding, Fotografie und Film, Websites und Social Media sowie Werbung und Kommunikation. Es sind die klassischen Begriffe, die auf das rundum Angebot unserer Agentur hinweisen. Aber wo bleibt unser Funke? Sind wir nicht mehr als eine Werbeagentur?

Ich sehe uns als Ping-Pong-Partner für neue Ideen, als Inszenierer neuer Wege und als Auf-den-Punkt-Bringer. Wir sind Wissensstaubsauger, Hinterfrager und Mitreisser. Als Szenario-Denker und Herausforderer treiben wir Projekte voran. Wir visualisieren Möglichkeiten, indem wir erst gross denken, um dann bis ins Detail zu analysieren. Als Inspirationsquelle predige ich meinen Kunden, wie wichtig das Erzählen der eigenen Geschichte ist. Stellt eure Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Und was tun wir? Wir erklären mit emotionslosen Marketingbegriffen, was wir alles können.

Ja, klar – wir legen mit all den Fachwörtern den Fokus auf die Suchmaschinen. Wir wollen über durchdachten Inhalt gefunden werden. Dabei haben wir vergessen, im Herzen zu berühren. In meinem Bauch kribbelt es, denn mit der Erkenntnis kommt die Veränderung. In unserem kleinen Team sind wir multifunktional unterwegs und somit agil. Erfahrungen reflektieren wir in einem Strategie-Workshop. Daraus schöpfen wir neue Energie, kreieren eigenen Visionen und fordern uns selbst heraus. Ich finde das einen unglaublich spannenden Prozess. Ich geniesse es, im Team auf Safari zu gehen, um nach den «Big Five for Life» Ausschau zu halten. Nein, das ist kein Marketinggeschwätz. Es sind schöne Metaphern und Bilder von Beststeller-Autor John Strelecky. Sie helfen mir, anders zu denken und die neuen Wege auch wirklich zu beschreiten. Begleiten Sie uns? Wir sind gerade mittendrin.